Chronologie

Erste Besetzung und Entstehung des Häuserplenum Norderstedt

Am 13. November 1992 wurde das ehemalige “Mütterzentrum” in der Alten Dorfstraße 30 in Norderstedt von über 100 Menschen mit der Forderung nach einem bewohnten Sozialen Zentrum besetzt. Nach sechs Tagen brachte uns der ehemalige Stadtrat Dr. Heinz Bischoff den Räumungstitel. Das Projekt wurde von etwa 100 Polizist_Innen geräumt und anschließend mit einer Abrissbirne zerstört. Stattdessen wurden dort teure Eigentumswohnungen gebaut. Aus dieser Besetzung heraus ist das “Häuserplenum Norderstedt” entstanden, das seitdem für ein “Soziales Zentrum Norderstedt” kämpfte.

Zweite Besetzung 

Im Juni ’93 wurde mit einer befristeten Besetzung auf den Leerstand zweier Reihenhäuser in der Bahnhofstraße im Norderstedter Stadtteil Friedrichsgabe hingewiesen, die zum damaligen Zeitpunkt seit über 20 Jahren leerstanden. Unsere wesentliche damalige Forderung nach bezahlbarem Wohnraum wurde abgewiesen, das Motto von Herrn Bischoff setzte sich durch. Statt für sozialen Wohnungsbau zu sorgen, finanzierte die Stadt lieber den Bau der protzigen Kultursäle. Dieser wurde nach der Investition von rund 15 Millionen DM wieder gestoppt, weil die Kosten die Kalkulation überstiegen.

Vom provisorischen Betrieb zum Vertrag!

Aufgrund des beständigen Drucks des Häuserplenums fasste die Norderstedter Stadtvertretung im März ’95 den Beschluss, dem Häuserplenum das Haus der ehemaligen Puppenbühne des verstorbenen Künstlers Peter Stelly zur Verfügung zu stellen. Nachdem ein halbes Jahr später von Seiten der Stadt kein Vertragsangebot kam, setzte das Häuserplenum am 25. August ’95 den Beschluss auf unkonventionelle und unbürokratische Weise um und begann den provisorischen Betrieb des Sozialen Zentrums ohne Verträge. Und siehe da – eine Woche später hatte der eigens gegründete Verein “Soziales Zentrum e. V.” einen Fünf-Jahres-Vertrag mit der Stadt abgeschlossen. Zunächst wurde nur das Hinterhaus genutzt, das zu dem Zeitpunkt noch bewohnte Vorderhaus kam später hinzu. Mit der Gründung des Sozialen Zentrums wurde das Häuserplenum in Hausplenum umgetauft und stellte nun als wöchentliches NutzerInnenplenum einen zentralen Bestandteil der Selbstverwaltung des SZs dar.

Erster Nutzungsvertrag

Im August 2000 konnte ein weiterer Fünf-Jahres-Nutzungsvertrages zwischen dem Soziales Zentrum e.V. und der Stadt Norderstedt abgeschlossen werden.

Keine Vertragsverlängerung

Im Jahr 2003 erhielten wie im ganzen Lande CDU und FDP die Mehrheit der Stimmen bei der Kommunalwahl (…). Somit war abzusehen, dass sich die Durchsetzung einer weiteren Vertragsverlängerung nun schwieriger gestalten würde. Und tatsächlich: Alle Versuche sich mit der Stadt über eine Zukunft des Sozialen Zentrums zu einigen scheiterten. Ganz offensichtlich hatten sich die CDU und Bürgermeister Grote auch längst entschieden. Der Vorwand den Platz für den Umbau der nahe gelegenen Kreuzung zu benötigen, wurde lediglich genutzt, sich eines politisch-missliebigen Projekts zu entledigen.

Protest und Abriss der alten Räume

Protestaktionen und Demonstrationen wurden organisiert und mit der Besetzung der Gebäude ein zusätzliches halbes Jahr erkämpft. Doch danach gab es keine andere Möglichkeit, als das Gebäude an die Stadt zu übergeben, um juristische und finanzielle Konsequenzen für die Vereinsmitglieder zu vermeiden. Trotz Demonstrationen auf den Straßen Norderstedts, im Rathaus und im hiesigen Konsumcenter konnte das Abrissunternehmen unter massivem Polizeischutz sein trauriges Werk verrichten. Und so wurden die Gebäude des Sozialen Zentrums am 31.12.2005 dem Erdboden gleich gemacht.

Dort wo über 10 Jahre lang Konzerte und politische Informationsveranstaltungen stattfanden, ist jetzt ein Parkplatz! Statt alternativer Kultur, Kunstausstellungen in der Galerie und linker Politik nur noch parken. Was für eine Scheiße!

Nach dem Abriss der Gebäude in der Ulzburger Straße Ende 2005 war das Soziale Zentrum ohne feste Veranstaltungsräume. Trotzdem sind wir weiter als offene Gruppe aktiv geblieben. Die Donnerstagsklause ging ins Exil in den Linken Laden im Hamburger Schanzenviertel und die Plena fanden im Infoarchiv Norderstedt statt. Infoveranstaltungen und Konzerte wurden in dafür angemieteten Räumlichkeiten veranstaltet. Und auch das Antira-Turnier wurde weiter organisiert.

Im Dezember 2008 haben wir der Öffentlichkeit dann im Beisein der Presse unser Konzept für ein neues Zentrum vorgestellt. Von den anwesenden VertreterInnen der Parteien und dem Bürgermeister Herrn Grote wurde uns daraufhin überraschend Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumen zugesichert.

Im Laufe des Jahres 2009 kamen dann tatsächlich konkrete Objekte, wie z.B. ein Haus im Friedrichsgaber Weg ins Gespräch. Aufgrund von AnwohnerInnen-Protesten wurde diese Idee aber wieder verworfen. Doch dann bot uns die Stadt zwei kleine Häuschen im Garstedter Industriegebiet an, die nach einigen Renovierungsarbeiten durchaus geeignet erschienen. Unser Verein beantragte bei der Stadt erfolgreich die Kulturträgerschaft und am Ende des Jahres war klar, dass wir demnächst ein neues Zuhause haben würden Wir sind zurück in Norderstedt!

Zu Beginn des Jahres konnte das Wohnprojekt des Sozialen Zentrums das Haus In de Tarpen 8 beziehen. In den nächsten Monaten wurde hier noch einiges umgebaut und in Schuss gebracht. Die Plena konnten erstmal im Wohnzimmer stattfinden, und die ersten Kellercore-Konzerte wurden von der Freak Out Connection organisiert.

Im folgenden März wurde das baufällige Hinterhaus auf dem Gelände abgerissen. Das Gelände wurde weiter flott gemacht. Parallel dazu liefen die Gespräche mit der Stadt über die Aufstellung von Containern, um wieder genug Raum für eigene und größere Veranstaltungen zu haben.

Infoveranstaltungen, Konzerte und Partys wurden weiter organisiert, und mit der Irish Punk Bar öffnete die erste regelmäßige Kneipe auf dem neuen Gelände ihre Pforten. Im September gab es dann das erste Sommerfest, und nach dem die Container im November endlich aufgestellt worden waren, starteten wir in Sachen Veranstaltungen richtig durch!
Anfang Dezember fand die letzte SZ-Klause im Linken Laden statt, und die traditionelle Donnerstags-Klause zog wieder zurück ins Soziale Zentrum Norderstedt.

Seit 2011 gehört das Soziale Zentrum zu den Kulturträgern von Norderstedt.

Zu Beginn des Jahres konnte das Wohnprojekt des Sozialen Zentrums das Haus In de Tarpen 8 beziehen. In den nächsten Monaten wurde hier noch einiges umgebaut und in Schuss gebracht. Die Plena konnten erstmal im Wohnzimmer stattfinden, und die ersten Kellercore-Konzerte wurden von der Freak Out Connection organisiert.

Im folgenden März wurde das baufällige Hinterhaus auf dem Gelände abgerissen. Das Gelände wurde weiter flott gemacht. Parallel dazu liefen die Gespräche mit der Stadt über die Aufstellung von Containern, um wieder genug Raum für eigene und größere Veranstaltungen zu haben.

Infoveranstaltungen, Konzerte und Partys wurden weiter organisiert, und mit der Irish Punk Bar öffnete die erste regelmäßige Kneipe auf dem neuen Gelände ihre Pforten. Im September gab es dann das erste Sommerfest, und nach dem die Container im November endlich aufgestellt worden waren, starteten wir in Sachen Veranstaltungen richtig durch!
Anfang Dezember fand die letzte SZ-Klause im Linken Laden statt, und die traditionelle Donnerstags-Klause zog wieder zurück ins Soziale Zentrum Norderstedt.

In kürzerer Zeit sind wieder neue Gruppierungen hinzugekommen, Veranstaltungen wurden größer und vielfältiger und auch das Gelände konnte im April 2017 um einen großen Teil erweitert werden. Das vom SZ organisierte G-20 Camp erfreute sich großer und durchaus positiver Aufmerksamkeit und bot vielen Gästen von Außerhalb eine sichere Unterkunft.

Wir freuen uns einen Ort geschaffen zu haben, der Menschen zueinander bringt, der Raum für Ideen bereitet und Alternativen zu kommerziellen Veranstaltungen in Norderstedt und Umgebung aufzeigt.

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