Selbstverständnis

Das Selbstverständnis und die politischen Ansätze auf deren Grundlage das SZ über 10 Jahre betrieben wurde, besitzen bis heute Gültigkeit und sind für uns Grundlage auch für zukünftige Projekte. Aus diesem Grund dokumentieren wir sie noch einmal an dieser Stelle:

Das Soziale Zentrum (SZ) ist ein selbstverwaltetes und selbstfinanziertes Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum für linke Politik und Kultur in Norderstedt. Seit 1995 bietet es in Norderstedt Raum für Gruppentreffen und Veranstaltungen. Wir arbeiten selbstverantwortlich gegen viele Formen der Diskriminierung und wollen dem ein soziales und solidarisches Miteinander entgegenstellen. Seit 1995 besteht mit dem Sozialen Zentrum das einzige selbstverwaltete und -finanzierte Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum für linke Politik und Kultur in Norderstedt. Dieser Freiraum wurde von den Vereinsmitgliedern selbständig aufgebaut, renoviert und finanziert (ohne städtische oder staatliche Zuschüsse).

Im Laufe der Zeit hat sich das Soziale Zentrum als viel besuchter Treffpunkt und feste Einrichtung etabliert. Zu den Aktivitäten gehören Konzerte, Informations- und Diskussionsveranstaltungen, Kneipen- und Caféabende und das Bereitstellen eines Internetzugangs, wobei Getränke und Essen zum Selbstkostenpreis angeboten werden. Auch Nicht-NutzerInnen haben die Möglichkeit, nach Absprache auf dem Hausplenum, die Räume für eine eigene Veranstaltung zu nutzen.

Das Soziale Zentrum ist eine Einrichtung, die sich gegen die gesellschaftliche Entfremdung, Isolation und Unterdrückung, Sexismus und Rassismus wendet. Die Nutzer_Innen haben sich hier einen Freiraum erkämpft und geschaffen, der die Möglichkeiten zu einem solidarischen Miteinander ermöglicht.

Wir orientieren uns nicht an einer Profitlogik und lassen uns nicht an Wirtschaftlichkeit und materiellem Gewinn messen. Stattdessen treten wir für eine Veränderung der sozialen und politischen Verhältnisse ein und streben eine auf Solidarität begründete Gesellschaft an, in der politische und wirtschaftliche Belange basisdemokratisch bestimmt werden.

Selbstverwaltung
Zentral für das Selbstverständnis des Sozialen Zentrums war und ist der Begriff der Selbstverwaltung. Das bedeutet, dass alle diejenigen, die das Zentrum nutzen, eine eigene Verantwortung dafür tragen, was dort passiert und was dort nicht passieren soll. Es gibt niemanden, der oder die dort mehr zu sagen hat als andere. Selbstverwaltung bedeutet, dass sich alle innerhalb ihrer Möglichkeiten engagieren und genauso auch mal den “Dreck für andere wegmachen”. Dazu ist es natürlich wichtig, dass laufende Diskussionen für alle transparent gemacht werden, damit auch neue Leute wissen, wie sie sich einbringen können und dafür gibts das Plenum und den Protokollordner.

Hausplenum
Um zentrale Fragen wie die Vertragsverhandlungen mit der Stadt, den terminlichen Betrieb im SZ oder ganz einfach das alltägliche Aufräumen besprechen zu können, gibt es jeden ersten und dritten Montag im Monat (…) ein offenes Hausplenum, zu dem alle Interessierten kommen konnten und auch sollten. Dort werden Ideen gesammelt, Beschlüsse gefasst und Probleme besprochen. Die Umsetzung dessen, was dort besprochen wird, lebt von der Beteiligung der Nutzer_Innen.

Auf dieser Grundlage ist in den Jahren des Betrieb des Zentrums viel geschehen. Unzählige Gruppen und Einzelpersonen nutz(t)en und gestalt(et)en die Räumlichkeiten und das Leben des SZ. Das Ganze in ständiger Entwicklung, mit spannenden Kontroversen und Debatten und unterschiedlichsten Möglichkeiten des gegenseitigen Austausches.